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Kunstloses Brot.

Kein Jägermeister

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Die so ziemlich brillianteste Kampagne, über die ich in letzter Zeit gestolpert bin:

KeinJägermeister präsentiert ein neuartiges Party-Getränk in Flaschen, die einem Prafum-Flacon zum Verwechseln ähnlich sieht.

Das Zeug besteht angeblich aus “65 geheime[n] Kristalle[n], Schlacken und Sedimente[n]” und passt geschmacklich “außerordentlich gut [zu] zimmerwarmem Schichtkäse, braungedrückten Bananen und offen aufbewahrten Erdnussflips”.

Die passende TV-Werbung gibts natürlich auch:

(Mehr davon: Da)

Nach etlichen Lachern und einer Phase gründlicher Verwirrung ist mir dann wie Schuppen von den Augen gefallen, was da wirklich passiert:

produkt_image.jpg

Anstatt einfach – wie allgemein üblich – direkt das eigentliche Produkt – den guten alten Jägermeister – zu bewerben, hat die Agentur Berger Baader Hermes aus München das absolute Anti-Produkt, KeinJägermeister eben, entworfen. Dieses – Gott sei Dank nur fiktive – Gebräu vereint in sich alle eigenschaften, für die Jägermeister eben nicht steht bzw. stehen will. Die Werbung, die vor Spießigkeit nur so überfließt, die Website, die jedes Wort im perfekten Flanders-Stil vergewaltigt – all das ist im Endeffekt die absolute Anti-Werbung für dieses Anti-Produkt – und damit – haha, der Bogen schließt sich, in letzter Konsequenz eine unglaublich smarte Werbung für das Gegenteil. Für das Produkt also, dass schon seit Jahren durch unsere Kehlen fließt und dessen Qualitäten uns nochmal – im krassest denkbaren Kontrastprogramm – vor Augen geführt werden.

Ja, irgendwie ist man am Ende tatsächlich dankbar. Dankbar für ein Produkt, dass es schon seit Ewigkeiten gibt.

Wie gesagt: Verflucht clever.

Written by Marcel

28 April 2008 um 19:58 (7:58 )

Veröffentlicht in WerbeFilmchen

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Eine Antwort

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  1. Was heißt hier “Gott sei Dank nur fiktive [...] Gebräu”?

    Da ich aus persönlichen Gründen sowieso kein Fan von Jägermeister bin, hätte ich ein Anti-Getränk sehr willkommen geheißen. Da hätte es mir auch nichts ausgemacht, dass es aus dem selben Haus kommt.

    Außerdem ist die Werbung für KeinJägermeister so schlecht, dass sie wieder gut ist. Also in meinen Augen keine Anti-Werbung, um damit den herkömmlichen Jägermeister in ein besseres Licht zu rücken. Ich verstehe zwar, wie es gemeint ist, aber es funktioniert meiner Meinung nach nur bei Menschen, die ohnehin schon von dem Produkt überzeugt waren.

    Fazit: Das vermeindlich neue Produkt hätte ich zumindest mal probieren wollen – mehr Jägermeister als vorher werde ich deshalb aber nicht trinken (und ich trinke das Zeug höchstens, wenn ich es ausgegeben bekomme oder nichts anderes da ist).

    chaosironie

    28 April 2008 um 22:59 (10:59 )


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