le|MaBU – Kunstloses Brot

Kunstloses Brot.

eMail lebt

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Der Mitteilungsinstinkt ließ sich mit größter Bereitwilligkeit darauf ein, in Steintäfelchen zu kritzeln, mit einem Federkiel auf Papier herum zu kratzen, dann umarmte er das Telefon, quatschte Anrufbeantworter voll, tippte lange Handtücher von Mails, mit höflicher Anrede und freundlichen Grüßen, gewöhnte sich die über zehntausende von Jahren in den Hirnstrukturen verankerte Grammatik ab, als die SMS neu auf den Markt kam und jetzt läuft der Mitteilungsinstinkt des Teenagers aufgescheucht durch sein unaufgeräumtes Zimmer (die Anweisung der Mutter, das Bett neu zu beziehen, wartet seit drei Wochen im Mail-Ordner darauf, gelesen zu werden).

Währenddessen zeigt der Fernseher stumm Klingeltonwerbung, spielt das Radio die größten Hits des vergangenen Jahrhunderts und man sendet per Webcam über MSN Videoaufnahmen seiner neuesten Schminkversuche an die beste Freundin oder lässt sich Ritztipps geben.

Mal ganz abgesehen von der inhaltlichen Richtigkeit: Der Artikel über das Fortleben der eMail, den Malte Welding für die netzeitung geschrieben hat, ist allein schon so gut geschrieben, dass man ihn lesen sollte muss.

Geschrieben von Marcel

27 Juni 2008 um 14:03 (2:03 )

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