Archive for the 'TexTour' Category

Bis morgen.

19Mär08

Ich sah den Tag
einsam kniend im Schlamm der Autobahnbrücke
eingedrücktes Gesicht,
totgefahrene Augen,
schelmisch sah er aus, und alt
in seinen Händen, in den tiefen Furchen
kleben die Reste verronnen Glücks
in den Haaren noch einen Rest des Frühlingshaften
um uns der Lärm der Sechzehntonner
über uns der gleiche alte Mond wie immer.
Seine Finger graben sich rastlos in den faulen Schmutz
sein Atem wie [...]


Angefeuchtet

17Feb08

Nationale Endstation.
Nächster Halt: Dilemma.
Bewusstseinszustand: Gefangen zwischen Unklar und Dramatisch.
Schemenhafte Ideengespenster spuken durch das Okular,
trüben die Linse, die kalt geworden ist in den Jahren des Polareises.
Noch vor der großen Schmelze
einmal schnell zur Tanke rennen.
Säckeweise Kippen kaufen und Alk zu Quoten, die kein Ende kennen.
Wir aber kennen das Ende und wir predigen es mit geduldigen Engelszungen
Und ein [...]


Notiz am Rande

15Feb08

Schöner Satz: “Missing you is the sweetest pain there is.”


Hats einer gemerkt? Es war sonnig und so Hier also ein frühlingshaft angehauchtes Gedicht aus dem Zug:
Die neue Stunde kommt auf einem glänzenden Ross daher,
im Maul eine junge Rose,
in den Augen ein tiefer Zauber.
Bebende Nüstern blasen wohlwarme Dämpfe in die klare Morgenluft,
die beflügelt ist von der Leichtigkeit des Sommers, der über Nacht Einzug gehalten [...]


Zum Glück

25Dez07

Auf deinem warmen Rücken
mikroskopische Landschaften ewigen Glücks.
Der treue Duft von Nähe, die ohne Bedrohung ist
und die Welt um uns
geht verloren, wird nichtig.
Was zählt ist der Augenblick,
das Gute, das in diesem Wunder liegt, ein vorsichtig gehauchtes Versprechen
von der Ewigkeit, das uns entfesselt, entführt, in eine märchenhafte Zauberwelt,
die wir morgen nennen, auf die wir hoffen, in seliger [...]


Nachtgedicht

23Dez07

Auf deinem Gesicht der helle Schleier der Geborgenheit.
Leg dich zu mir und lass uns den Schlaf der Gerechten schlafen
und träumen, von der Seele, die auszieht, dass Glück zu finden
und ihre zauberhaften Bahnen malen weiche Linien in die Luft,
die nach Wärme duftet.
In ihr, in dir, in deinem leichten Atem liegt der Zauber neuer Tage,
die nach Existenz [...]


Flüssige Kristalle tanzen kindisch um den toten Leib, der endlich einen Ausweg aus der ewigen Rastlosigkeit gefunden hat, die ihn umtrieb, ihn hier her trieb, in die warmen Arme eines Todes, der nach süßer Erlösung schmeckt. Das Richtige und das Falsche haben ihre angestammten Plätze verlassen in dieser Nacht, und das sollte sich so schnell [...]


Abendessen

14Aug07

Der Kometenschweif brennt kalt. Das sterile Weiß einer Magnesiumflamme.
Kleine Kristalle tanzen über die nichtssagenden Fliesen, stumm liegen sie da,  glatt wie eine wolkenlose Sommernacht.
In der Ecke sitzt der kleine Junge mit dem strohblonden Haar und kotzt sich die Geborgenheit aus dem Leib.
Die Kleidung teuer und das Gesicht, die ganze Haltung, seltsam distanziert vom Geschehen. Es [...]


Vögel.

07Jun07

Vögel können nicht fliegen.
Sie müssen.


Gedankenbrot.

07Jun07

Menschen zerbrechen im Spannungsfeld.
Aus trockenen Splittern wird Feinstaub.
Versagen legt sich auf die Lungen.
Mein Röcheln wie das eines sterbenden Tieres.
Ein See aus schaumigem Speichel auf den sterilen Kacheln.
Hinter der Schläfe schreits.